Lichtschalter – Schaltertypen und die Unterschiede

Auch der Lichtschalter hat seine Geschichte – seine ganz persönliche Historie:

Als die Glühlampe erfunden wurde, kam natürlich auch der Bedarf an Lichtschaltern auf, denn wie sonst sollte das neue Licht ein, bzw. wieder ausgeschaltet werden? Es gab zwar schon die ersten Lichtschalter, doch gesichert waren diese nicht. Denn zu Beginn wurden Stromkreise immer mit „offenen“ Schaltern betätigt. Nur der Schaltgriff war minimalst isoliert. Das Ganze bot also keinen ausreichenden Schutz vor Berührungen. Aus heutiger Sicht völlig undenkbar.

Am Anfang waren es die Drehschalter, die im Uhrzeigersinn immer weiter gedreht werden konnten. Mit einem kleinen „Klacken“ konnte man die Lampen an, bzw. ausschalten. Im weiteren Verlauf gab es dann die ersten Kippschalter, die in einem Kästchen auf die Wand geschraubt wurden. Erst später kam die Unterputz-Variante.

Noch heute verbindet die Moderne die Historie – denn auch heute noch kann man bei den modernen Schaltern hier und da ein kleines Klacken hören.

Lichtschalter ist nicht gleich Lichtschalter.

Hier zeigen wir auf, welche Unterschiede es gibt und welcher Schalter für welchen Einsatzzweck geeignet ist:

  • Ein-Aus-Schalter
    Die einfachste Variante eines Lichtschalters ist der Ein-Aus-Schalter. Wie der Name schon sagt, schaltet man damit ein Gerät, in der Regel eine Leuchte, ein und wieder aus. Dieser Schalter wird in kleinen Räumen benutzt, wo nur an einer Stelle eine Leuchte bedient wird. Zum Beispiel die Garage, der Kellerraum, das kleine Gäste-WC, usw..
  • Wechselschalter
    Wird eine Leuchte von zwei Stellen bedient, dann kommt der Wechselschalter zum Einsatz. So kann die Leuchte von zwei verschiedenen Stellen im Raum ein- und ausgeschaltet werden. Wechselschalter sind die beliebtesten Schalter, denn sie sind sowohl als Wechselschalter als auch wie ein normaler Ein-Aus-Schalter einsetzbar.
  • 2-fach-Wechselschalter oder auch Doppel-Wechselschalter
    Der 2-fach-Wechselschalter, auch Doppel-Wechselschalter genannt, ist ein Schalter, in dem zwei Wechselschalter in einem Schalterrahmen kombiniert sind. Diese Schalterfunktion ist sehr platzsparend, da mit dem Doppelwechselschalter zwei Leuchten als Wechselschalter angewählt werden können.
  • Kreuzschalter
    Soll eine Leuchtquelle von drei oder mehr Stellen geschaltet werden, wird der Kreuzschalter benutzt. Für eine Kreuzschaltung werden immer zwei Wechselschalter an den beiden Enden der Schaltung benötigt. Dazwischen kann man so viele Kreuzschalter setzen, wie man benötigt, oder wünscht.

Beispiel:
3 Schalter: 2 Wechselschalter (WS)+1 Kreuzschalter (KS)
4 Schalter: 2 WS + 2 KS
5 Schalter: 2 WS + 3 KS
6 Schalter: 2 WS + 4 KS

Eine Kreuzschaltung wird zum Beispiel in Hausfluren, in größeren Wohnbereichen, oder in großen Büro- und Seminarräumen eingesetzt, um die Leuchtquelle von drei oder mehreren Stellen schalten zu können.

  • Serienschalter
    Der Serienschalter ist ein Lichtschalter, der mit zwei oder sogar drei Schalterwippen ausgestattet ist. So kann man von einer Stelle gleich mehrere Leuchten ein- und ausschalten. Serienschalter werden gerne im Wohnzimmer, im Bad oder in der Küche eingesetzt. Mit einem Schalter kann so z. B. in der Küche die Deckenbeleuchtung oder wahlweise die Unterschrankbeleuchtung gesteuert werden. Im Bad lässt sich so bequem die Spiegelbeleuchtung oder die Deckenbeleuchtung anwählen. Im Wohnzimmer werden auf diesem Wege gerne die Deckenbeleuchtung und die Wandbeleuchtung getrennt geschaltet.
  • Kontrollschalter
    Der Kontrollschalter ist ein Schalter mit einer kleinen integrierten LED-Lampe bzw. kleinen Glimmleuchte. Solche Schalter werden in der Regel außen an Kellerräumen, Toiletten, oder Badezimmern installiert, um so anzuzeigen, ob die entsprechenden Räume belegt sind. Bei Kellerräumen kann man so überprüfen, ob das Licht ausgeschaltet ist oder nicht, ohne extra die Tür öffnen zu müssen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die LED-Lampe im Schalter auch dauerhaft leuchten kann. Somit dient das Licht als kleine Orientierungshilfe, um den Schalter im Dunkeln besser zu finden.
  • Der Taster
    Den Taster gibt es gleich in mehreren Ausführungen:
    klassischer Taster │ Treppenhaustaster (unbeleuchtet / beleuchtet) │Klingeltaster │ Lichtaster

    Am häufigsten wird der Taster in der Treppenhausschaltung bzw. in der Relaisschaltung eingesetzt. Immer dann, wenn mehr als drei Schalter an unterschiedlichen Stellen installiert werden und die Leuchtquellen geschaltet werden sollen. Wird der Taster gedrückt, dann schließt sich der Stromkreis und es wird etwas „geschaltet“. Dies kann z. B. das Flurlicht sein. Durch die eingebaute Feder im Schalter springt dieser anschließend direkt wieder in die Ausgangsposition zurück und der Stromkreis wird wieder unterbrochen. Sinn ergibt ein beleuchteter Lichttaster vor allem in Treppenhäusern, besonders in Mehrfamilienhäusern. Die Kontrollleuchte leuchtet im ausgeschalteten Zustand, damit die Treppenhausschalter im Dunkeln besser gefunden werden können. Ansonsten ist die Funktion zum Treppenhaus-Lichtschalter gleich.
  • Jalousieschalter / Jalousietaster
    Zum Betrieb einer Jalousie, auch Rollladen genannt, wird ein spezieller Rollladen-Schalter eingebaut. Dieser hat entweder zwei getrennte Wippen für „Rollladen hoch“ bzw. für „Rollladen runter“, oder nur eine Wippe, die beide Funktionen erfüllt. Der Vorteil des Rollladenschalters gegenüber dem Jalousieschalter ist, dass der Schalter nur einmal betätigt werden muss, um bis zum Ende runter oder hoch zu fahren.
  • Jalousietaster
    Bei einem Taster kann man die Position des Rollladens besonders einfach steuern, denn dieser fährt nur so lange runter oder hoch, wie man die Taste entsprechend gedrückt hält.
  • Taster und Schalter – der Unterschied
    Springt ein Taster nach der Betätigung zurück auf die ursprüngliche Position, behält der Schalter nach dem Betätigungsvorgang die Schalterstellung / Position bei.

    Zusammengefasst:
    Einfacher Schalter – schaltet eine Leuchte

    Wechselschalter – schaltet eine Leuchte von zwei Stellen

    Serienschalter – schaltet mehrere Leuchten von einem Schalter ausgehend und in verschiedenen Variationen/Kombinationen

    Kreuzschalter – schaltet eine Leuchte von drei oder mehreren Schaltern ausgehend

Weitere Funktionen

Über die beschriebenen Taster und Schalter hinaus, gibt es so genannte Drehregler, die das Licht individuell in seiner Helligkeit dimmen. Das Spannende dabei ist, dass man den Schalter dabei schon längst nicht mehr mechanisch betätigen muss. Bei den modernsten Varianten kann dies über Bewegungsmelder oder eine Zeitschaltuhr gesteuert werden. Auch eine so genannte Dämmerungsschaltung lässt sich einbauen. Diese lässt das Licht aufleuchten, sobald ein vorher bestimmter Grad an Dunkelheit eingetreten ist. Auch durch Klatschen oder lautes Rufen lassen sich Schalter in der heutigen Zeit betätigen. Klingt wie Magie – ist aber möglich.

Doch wie sieht die Zukunft aus?
Die Designs der Lichtschalter und der Lichtsysteme werden immer mehr auch zum Eye-Catcher in der Wohnung. Sie werden zu einem modernen Element der individuellen Einrichtung. Für Fans der digitalen Technik sieht die Zukunft aber noch besser aus, denn der klassische Lichtschalter wird immer mehr verschwinden. So genannte Touchpanels erhalten immer mehr Einzug in moderne Häuser und Wohnungen. Via Smartphone-Apps lassen sich ganze Wohnungen und Häuser bequem vom Handy oder Tablet aus steuern.

Verwendete Quellen:
https://www.spar-helferchen.de/Lichtschalter-Ratgeber:_:60.html#Serienschalter
https://lampen-kontor.de/blog/allgemein/lichtschalter-arten/

Bilder:
https://pixabay.com/de/photos/lichtschalter-retro-alt-aussen-4909350/
https://pixabay.com/de/photos/lichtschalter-schalter-steckdose-484717/
https://pixabay.com/de/photos/lichtschalter-jung-rot-elektrik-5111525/
https://pixabay.com/de/photos/lichtschalter-licht-schalter-macht-1519735/
https://pixabay.com/de/photos/gesch%C3%A4ftsmann-tablet-steuerung-city-3210932/